Schwache Zombie-EvolutionHab mir gestern mit Larz „Land of the Dead“ angesehen und war ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Vom „besten Romero-Zombie-Film“ (wer auch immer das behauptet hat) hatte ich mehr erwartet. Am stärksten hab ich die in den anderen Filmen vorherrschende klaustrophobische Grundstimmung vermisst. Zwar sitzen die Überlebenden hier auch wie in den Vorgängern an einem vermeintlich sicherem Ort in der Falle (interessante Entwicklung der Schauplätze übrigens: erst ein abgeschiedenes Haus, dann ein Kaufhaus, n‘ Bergstollen/Bunker und jetzt ein abgeriegelter Stadtteil). Allerdings spielt ein Großteil des Films außerhalb der Stadt. Schwerpunkt ist nicht mehr der Überlebenskampf an einem bestimmten Ort sondern eine eigentlich recht schwache Story um einen geklauten Truck, der ebenso stark befestigt, wie bewaffnet ist, und mit dem der Kapitalist Kaufman (Dennis Hopper), der den Stadtteil kontrolliert, erpresst wird. Kann so auch in jedem x-beliebigen Actionfilm untergebracht werden. Larz meinte, zum gruseln sei der Film ganz gut. Mag sein, mit überraschenden Zombieattacken, reichlich verspritztem Blut und herausgerissenen Gedärme kann der Film schon dienen. Wenn man die anderen Romero-Klassiker gesehen hat, schocken diese Dinge aber irgendwie nicht mehr so. Interessant ist, wie die Überlebenden sich in der Situation eingerichtet haben und eigentlich relativ sorglos mit den Zombies umgehen (erinnert ein bisschen an die Schlussszenen von „Shaun of the Dead“) , bis diese anfangen zu lernen (nur eine vermeintliche Innovation, wenn man sich an „Day of the Dead“ und den gefangenen Zombie erinnert, der dann auch ne Waffe benutzt). Romerosche Gesellschaftskritik ist zwar ebenfalls mit dabei, allerdings reichlich platt, wie ich finde. Der Despot unter den Menschen kommt dann auch relativ unspektakulär um und das Ende des Films ist auch irgendwie Schrott. Abgesehen von einigen logischen Weiterentwicklungen und „witzigen“ Einfällen (wer wollte nicht schon mal sehen, wie ein Bauchnabelpiercing abreißt), bietet der Film nicht allzu viel. Schaut euch den Film an, bildet euch ne eigene Meinung, aber geht, wie ich, an nem Kinotag o.ä. hin, zuviel Geld würde ich dafür nicht verschwenden. Den Weg ins Museum of Modern Art, wie „Dawn of the Dead“, wird „Land of the Dead“ nicht schaffen.
|